Ihr Besuch
Anschrift
Marktplatz 16
40878 Ratingen
Öffnungszeiten
Mo–Sa 08:00–18:00
So 08:00–19:00
Gottesdienste
Anfahrt
Mit dem ÖPNV
Die Kirche liegt zentral in der Innenstadt; mehrere Bus- und Straßenbahnhaltestellen sind in wenigen Gehminuten erreichbar. Der zentrale Busbahnhof Ratingen Mitte ist etwa 500 m entfernt.
Mit dem Auto
Auf dem Marktplatz selbst stehen keine Parkplätze zur Verfügung. In der Innenstadt finden Sie zahlreiche Parkhäuser und öffentliche Stellplätze in fußläufiger Entfernung.
Barrierefreiheit
Über die Marienkapelle an der rechten Seite der Kirche besteht ein stufenfreier, barrierefreier Zugang. Die Tür öffnet automatisch per Knopfdruck. Eine Induktionsschleife für Hörhilfen ist vorhanden.
Kontakt
Bei Fragen zu organisatorischen Themen wenden Sie sich an das Pfarrbüro. Für seelsorgerliche Anliegen steht Ihnen das Pastoralteam zur Verfügung.
Geschichte
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul ist Hauptkirche unserer Pfarrei und prägt mit ihrem mächtigen Westturm das Bild der Ratinger Innenstadt. Sie ist den Apostelfürsten Petrus und Paulus geweiht; das Patrozinium wird am 29. Juni gefeiert. Neben dem Langhaus des Essener Münsters zählt sie zu den frühesten gotischen Hallenkirchen des Rheinlands. Mit ihren ältesten erhaltenen Bauteilen aus dem 12. Jahrhundert gilt sie zugleich als das älteste Gebäude der Stadt.
Die Wurzeln der Kirche reichen ins 8. Jahrhundert zurück. An ihrer Stelle stand zunächst eine kleine Saalkirche – ein flachgedeckter Versammlungsraum –, der vermutlich ein hölzerner Vorgängerbau vorausging. Archäologische Grabungen brachten 1973 die Fundamente einer karolingischen Steinkirche aus dem 9. Jahrhundert ans Licht. Eine Urkunde der Reichsabtei Werden aus der Zeit um 1150 nennt St. Peter und Paul erstmals ausdrücklich als Pfarrkirche.
Im 11./12. Jahrhundert entstand eine wesentlich größere romanische Basilika mit drei Türmen. Erhalten sind davon die beiden Osttürme; vom dritten Turm zeugen nur noch die Fundamente unter dem heutigen Westturm, dessen Bau um 1220 begann. Vermutlich zur Zeit der Stadterhebung wurde die Kirche nach Osten erweitert und der alte romanische Teil abgebrochen. Ab 1280 entstand die heutige gotische Hallenkirche mit drei Schiffen und fünf Jochen, die um 1300 vollendet wurde und bis zum Umbau am Ende des 19. Jahrhunderts nahezu unverändert blieb.
Kirche und Stadt waren dabei stets eng verbunden, auch ganz praktisch: Der mächtige Westturm diente der Stadtwache und den Nachtwächtern, die Glocken warnten bei Feuer und im Verteidigungsfall, und hinter den dicken Turmmauern verwahrte die Stadt ihre Schätze wie Urkunden und das Stadtsiegel.
Der Westturm erhielt 1775 durch einen Ratinger Zimmermann eine barocke Haube; sie ersetzte den alten, mehrfach vom Blitz getroffenen und 1774 eingestürzten Turmhelm. Von 1892 bis 1894 erweiterte der Architekt Heinrich Wiethase die Kirche im neugotischen Stil: Auf der Höhe der zwei östlichen Mittelschiffjoche entstand ein zweischiffiges Querhaus, das Langhaus wurde nach Osten um ein Joch verlängert, und ein sechseckiges Chorhaus mit Zeltdach kam hinzu.
Beim Bombenangriff vom 22. März 1945 wurden Langhaus und Dächer schwer beschädigt; die Orgel wurde vollständig zerstört. Die Schäden konnten bis 1948 beseitigt werden. Seither hat St. Peter und Paul einen Dachstuhl aus Stahl. In den 1970er Jahren folgten eine umfassende Sanierung der Fassade und die liturgische Neuordnung des Innenraums im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils. Als 1996 die Osttürme einzustürzen drohten und Risse an den Gewölben auftraten, schloss sich von 1996 bis 1998 die bislang letzte große Renovierung an. Während der Arbeiten feierte die Gemeinde ihre Gottesdienste in der evangelischen Stadtkirche an der Lintorfer Straße.
Über Jahrhunderte war St. Peter und Paul einzige Pfarrkirche für Ratingen und das Umland und Mittelpunkt des Dekanates Ratingen. Mit dem Wachstum der Stadt im 20. Jahrhundert entstanden aus der Mutterpfarrei mehrere selbstständige Tochtergemeinden, darunter St. Marien Tiefenbroich (eigenständige Pfarrei seit 1952), Herz Jesu (1950er Jahre), St. Josef/Heilig Geist (1959) und St. Suitbertus (1959, seitdem von Minoriten betreut). Seit der Neuordnung von 2006 bilden St. Peter und Paul, Herz Jesu, St. Suitbertus und St. Jacobus in Homberg wieder eine gemeinsame Pfarrei unter dem Patrozinium der Apostelfürsten.
Innenausstattung
Zur historischen Ausstattung von St. Peter und Paul zählen unter anderem:
- Taufbecken aus Ratinger Marmor (1631) sowie Weihwasserbecken an den Türen aus demselben Material
- Zelebrationsaltar und Ambo von Karl Matthäus Winter
- Gemälde „Beweinung Christi" nach Anton van Dyck
- Kreuzweg von Johannes Tefert
- Josefsaltar
Bedeutendster Bestandteil des Kirchenschatzes ist die vergoldete gotische Turmmonstranz von 1394. Sie ist am Seiteneingang zur Marienkapelle ausgestellt und steht bis heute im liturgischen Gebrauch, etwa an Fronleichnam.
Sehenswert sind auch die modernen Fenster: Die Chorfenster wurden unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt, die Fenster der beiden Querschiffe kamen 1990 hinzu. Im Chorraum vor dem Hochaltar zeigt ein Mosaik die Schöpfungsgeschichte.
Orgel
Die heutige Orgel wurde 1953 von der Orgelbauwerkstatt Romanus Seifert & Sohn (Kevelaer) erbaut. 1998 erfolgte eine Restaurierung und klangliche Modifikation durch den Westfälischen Orgelbau S. Sauer (Höxter); 2006 wurde sie von der Erbauerfirma erneut umfassend restauriert und um ein Solo- und ein Chamadenwerk erweitert. Heute verfügt das Kegelladen-Instrument über 47 Register auf drei Manualen und Pedal mit elektronischer Traktur.
Glocken
Im Turm hängt ein großes Geläut aus acht Glocken, von denen drei aus dem Mittelalter stammen und unter Denkmalschutz stehen. Die große Marienglocke (im Volksmund „Märch" oder „Mergen" genannt) wird neben den Kölner Domglocken Pretiosa und Speciosa als eine der klangschönsten gotischen Glocken des Rheinlands gerühmt.
Drei historische Glocken, die Katharinenglocke von etwa 1300, die Marienglocke von 1498 und die Peter-und-Paul-Glocke von 1523, haben bisher alle Kriege überstanden. Die jüngste, die dem heiligen Sebastian geweihte Brauchtumsglocke, wurde 2017 gegossen und zog 2018 in den Turm ein.
| Nr. | Name | Gussjahr | Gießer, Gussort | Ø (mm) | Masse (kg) | Schlagton |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Maria („Märch") | 1498 | Johann und Jakob van Venlo | 1.812 | 3.920 | b0 |
| 2 | Peter und Paul | 1523 | Jan und Ignatz van Nuys, Aachen | 1.646 | 2.960 | des1 |
| 3 | Christkönig | 1958 | Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher | 1.344 | 1.500 | es1 |
| 4 | Franziskus | 1958 | Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher | 1.172 | 980 | f1 |
| 5 | Katharina | um 1300 | unbekannt | 1.145 | 890 | ges1 |
| 6 | Anna | 1958 | Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher | 961 | 520 | as1 |
| 7 | Edith Stein | 1994 | Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher | 875 | 423 | b1 |
| 8 | Sebastianus | 2017 | Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher | – | 333 | des2 |
Die Gemeinde heute
Ein Schwerpunkt des Gemeindelebens an St. Peter und Paul war und ist die Kirchenmusik: Neben einem großen Chorangebot für alle Altersgruppen, das die Gottesdienste mitgestaltet, gibt es ein umfangreiches Konzertprogramm mit Kantor Ansgar Wallenhorst und zahlreichen Gastorganisten.
Wie seit Jahrhunderten ist St. Peter und Paul bis heute Mittelpunkt der Stadt und für viele Menschen ein Ort der Heimat: um Ruhe zu finden, eine Kerze zu entzünden, ein Gebet zu sprechen und Eucharistie zu feiern.
Wer das Gemeindeleben vor Ort mitgestalten möchte, ist im Gemeindeausschuss St. Peter und Paul willkommen; seine Sitzungen sind öffentlich.