Kirche St. Suitbertus Ratingen-Süd, Außenansicht

Ihr Besuch

Anschrift

Schützenstraße 58
40878 Ratingen

Auf Karte ansehen

Gottesdienste

Zu den Gottesdienstzeiten

Kontakt

Bei Fragen zu organisatorischen Themen wenden Sie sich an das Pfarrbüro. Für seelsorgerliche Anliegen steht Ihnen das Pastoralteam zur Verfügung.

Geschichte

Mit dem Zuzug vieler Arbeiterfamilien der Eisenhütte und der Gießerei Pulch wuchs der Ratinger Süden nach dem Krieg rasant. Erste Pläne für eine Filialkirche hatte es bereits in den 1930er Jahren gegeben; konkret wurden sie in den 1950er Jahren, nachdem ein Grundstück gestiftet worden war. Der damalige Dechant Rath von St. Peter und Paul wollte den Menschen im Süden damit ein geistliches Zentrum in ihrer Nähe geben.

Es ging zügig: Am 8. Dezember 1953 erfolgte der erste Spatenstich, am 2. Juli 1954 wurde der Grundstein gelegt, und bereits am 8. Dezember 1954 wurde die Kirche gesegnet und der erste Gottesdienst gefeiert. Errichtet wurde sie in bewusst einfacher Bauweise, mit einem Skelett aus Betonstreben und gemauerten Wänden, einer Fabrikhalle nicht unähnlich und damit ganz ein Kind ihres Arbeiterviertels. Bis in die 1960er Jahre wuchsen ringsum die Seitengebäude mit Pfarrsaal, Bücherei und Kindergarten heran, vielfach in tatkräftiger Eigenarbeit der Gemeinde. Bis 1959 galt St. Suitbertus als Rektorat der Mutterkirche St. Peter und Paul, ehe die junge Gemeinde mit knapp 3000 Mitgliedern selbstständig wurde.

1962 folgte ein erster großer Umbau: Die Seitenschiffe wurden angebaut, die Orgelbühne errichtet und die Buntfenster eingesetzt. Zuvor war der Kirchenraum dunkel gewesen; an den drahtverglasten Seitenfenstern hatte sich das Kondenswasser der Warmluftheizung niedergeschlagen. In die Umgestaltung flossen zugleich die Liturgiereformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ein, die die Gemeinde gerne annahm. 1968 wurde der erste Pfarrgemeinderat gewählt.

Im Jahr 2000 wurde die Kirche saniert; die Marienkapelle erhielt nach einem Brand eine neue Gestaltung. 2004 feierte die Gemeinde 50 Jahre St. Suitbertus im Ratinger Süden. Mit der Neuordnung der Ratinger Kirchengemeinden zum 1. Januar 2006 kehrte St. Suitbertus als Gemeinde zur Mutterkirche St. Peter und Paul zurück. 2024 konnte die Kirche ihren 70. Geburtstag feiern.

Benannt ist die Kirche nach dem heiligen Suitbertus, dem Missionar am Niederrhein, der auf der Rheininsel Kaiserswerth ein Kloster gründete und den Menschen dieser Region den Glauben brachte.

Das Minoritenkloster

Als geistliche Begleitung der neuen Kirche wurden die Würzburger Minoriten angefragt, ein Zeichen mit Geschichte, denn die Minderbrüder des heiligen Franziskus waren schon in alten Zeiten in Ratingen beheimatet. Mit ihrem Einzug 1955 kehrten sie nach 151 Jahren in die Stadt zurück. Direkt am Kirchenraum entstand ein Klosteranbau mit den Zimmern und Räumen für die Patres.

Das Klosterleben der Franziskaner-Minoriten sieht in regelmäßigen Abständen einen Wechsel in der Führung vor, und so stellte sich die Gemeinde immer wieder auf neue Guardiane und Pfarrer ein, von denen jeder eigene Schwerpunkte setzte. Früh richtete sich der Blick auch in die Welt: Ein ehemaliger Kaplan ging nach Sambia, und in den 1970er Jahren gab der damalige Guardian den Impuls für eine Patenschaft in Montero in Bolivien, die von den Mitbrüdern der polnischen Ordensprovinz Krakau geleitet wurde. Die Erlöse des Gemeindefestes und der Basare förderten diese Missionsarbeit.

1986 musste die Würzburger Provinz ihre Patres wegen Personalmangels abziehen; die Krakauer Ordensprovinz übernahm die Leitung; mit Pater Stanislaus Strojecki begann das Wirken der polnischen Patres in Ratingen. Die neue Klostergemeinschaft bezog einen Klosterneubau, während die Räume des alten Klosters zu Gruppen- und Versammlungsräumen umgestaltet wurden. Bis heute sind die Franziskaner-Minoriten der Gemeinde treu geblieben und wirken in der Seelsorge der ganzen Pfarrei mit.

Orgel

Die Orgel wurde 1963 von der Orgelbauwerkstatt Johannes Klais (Bonn) als Opus 1239 erbaut. Das Instrument verfügt über 20 Register auf zwei Manualen und Pedal. Im Jahr 2001 wurde es von der Erbauerwerkstatt generalüberholt.

Die Gemeinde heute

Die franziskanische Ausrichtung ist bis heute ein Charakterzug der Gemeinde. Zum festen Jahreskreis gehört die Franziskanische Woche mit besonders gestalteten Gottesdiensten, der Tiersegnung am 3. Oktober, dem Klosterfest und dem festlichen Hochamt zu St. Franziskus. Im Jubiläumsjahr 2024 konnten zudem Reliquien der seligen Patres Zbigniew Strzałkowski und Michał Tomaszek in der Marienkapelle aufgestellt werden, zweier Minoriten der Krakauer Ordensprovinz, die 1991 in Peru als Märtyrer ihr Leben ließen.

Höhepunkt des Gemeindejahres ist das Gemeindefest am ersten Septemberwochenende, rund um den Gedenktag des heiligen Suitbertus am 4. September. Die Tradition reicht bis in die 1970er Jahre zurück; in den Anfangsjahren wurde das Fest mit einem Fußballspiel Erwachsene gegen Jugend eröffnet, bei dem auch die Patres mitspielten. Seit dem Abriss des Pfarrsaals feiert die Gemeinde in einer Zeltstadt auf der Pfarrwiese. Fester Bestandteil ist der Trödel- und Büchermarkt, der aus der Hilfe bei Haushaltsauflösungen älterer Gemeindemitglieder entstand und die Gemeinderäume alljährlich in ein Kaufhaus für Altes und Schönes verwandelt. Ein Teil des Erlöses kommt bis heute der Patengemeinde in Montero zugute, getragen wird das Fest vom Zusammenwirken aller Gruppierungen und vieler Helfender.

Wer das Gemeindeleben vor Ort mitgestalten möchte, ist im Gemeindeausschuss St. Suitbertus willkommen; seine Sitzungen sind öffentlich.